«Gebt ihr einen Grund und die Stimme dieser Frau wird zur Peitsche.
Gebt ihr Grund und sie wird zur Wurzel. Gebt ihr eine Wurzel und sie wird
zur Blume», so der euphorische Kommentar von José Eduardo Agualusa
zu dieser außergewöhlichen Künstlerin mit der markanten
Stimme.
Lura ist unterwegs in Deutschland, und wer kann, sollte hingehen zu
den Konzerten in Darmstadt, München, Karslruhe, Hamburg und Bonn. Und
zeitgleich erscheint auch hierzulande di korpu ku alma, ein für
den Weltmarkt konzipiertes und mit einer DVD aufgewertete Remake ihres
dritten Albums gleichen Titels, das in der portugiesischsprachigen Musikwelt
bereits im vergangenen Jahr heftig gefeiert wurde.
1996 bereits trat Lura mit ihrem ersten selbst produzierten Album Nha
Vida in Erscheinung und war im Jahr darauf auf dem Red Hot and
Lisbon-Sampler im Duett mit Bonga zu hören. «Mulemba Xangola»
eine Aufnahme, an die sich bis heute alle, die dieses Album besitzen,
erinnern dürfte!
2002 erschien ihr zweites Album «In Love», eine durchwachsene
Produktion, die wenig Beachtung fand.
So ist di korpu ku alma so etwas wie ein zweites Debüt (wir erinnern
uns an Cesária mit ihren diversen Debüt-Schallplatten), ihr erstes
wirklich kapverdisches Album, wie die Plattenfirma versichert. Und auch hier
erinnert man sich, dass auch Cesária seinerzeit erst erfolgreich war,
als sie ihre Musik wieder auf kapverdischen Boden stellte.
Di korpu ku alma (Mit Leib und Seele) tut Lura nun genau dieses, und
ihre Album schlägt wirklich ein so hoffen wir zumindest
denn es präsentiert einen neuen Sound aus den scheinbar
unerschöpfliche Kapverden, den «Batuque», präsentiert
dazu einige außergewöhnlich schöne Mornas, kraftvolle Coladeras
und Funaná in harmonischen Verbindung mit westafrikanischen Stilelementen.
Raus aus der Isolation der Inseln! Das allerdings wäre
alles nichts ohne Luras Stimme, deren rauchige und doch sanfte Bandbreite
an die frühe Maria Bethânia erinnert und an unbekanntere Chanteusen
der sechziger Jahre in Brasilien und Afrika. Grandios und voll sprühender
Energie. «Eine Stimme, die gar nicht in sie hineinpasst», meint
Agualusa.
Di korpu ku alma, ist ein Album voller Energie, Melodie und Rhythmus.
Ein neues kapverdisches Album traditionell und modern zugleich und
auf dem Weg über Afrika hinaus in die Welt.
Und um noch ein letztes Mal Agualusa zu zitieren:
«In der kapverdischen Musik hat die Zukunft einen Namen: Lura.»
Ein neuer Star? Wir hoffen es! |