Und wieder haben die Kapverden ein Talent hervorgebracht, das man
die Übertreibungen, die diesem Wort meist innewohnen, beiseitelassend
ruhig einmal einen Ausnahmekünstler nennen kann.
Tcheka (dessen Künstlername vermutlich nichts mit dem gleichnamigen
sowjetischen Geheimdienst zu tun hat) spielt Gitarre, wie andere Perkussion
spielen und er schreibt eine außergewöhnliche, fast minimalistische
Lyrik, die er mit bisweilen atemlosem, perkussivem Gesang interpretiert,
der hin und wieder an den Brasilianer João Bosco
erinnert.
Seine Texte lassen mit knappen Anspielungen, Wörtern, Bildern, Szenen
des kapverdischen Alltags anklingen, historische Motive, die Geschichte des
Lebens auf den kargen, geschundenen Inseln. Traditionelle Motive der
kapverdischen Musik und Literatur. Ein Jammer, dass diese besondere Lyrik
im Booklet der ansonsten sehr schön aufgemachten CD / DVD nur in Kreol
wiedergegeben sind und nicht wenigstens auch auf Portugiesisch.
Es genügt aber auch durchaus, die exzellent eingespielte und arrangierte
Musik auf sich einwirken zu lassen, ihren verhalten treibenden Rhythmus,
den atemlos fast gehauchten Gesang, die perkussive Gitarre
«Leichte
Pinselstriche, die die Konturen des Batuque dezent mit neuen Farbtönen
umreißen», heißt es im Pressetext, und besser kann man das
vermutlich nicht ausdrücken. |